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KM 98, Abstieg

Freitag, 20. Juni 2008 um 03:38 | Aktualisiert (Mittwoch, 08. Oktober 2008 um 00:13)

Tags: ausfahrt | club mont tonnerre | CMT | Fahrrad | Radsport

CMT 2008 GruppenfotoHui, war das ein geiles Wochenende, aber ich hab mein Ziel nicht erreicht!!! Der KM 98 war der Moment, wo ich leider vom Bock absteigen musste.

Es war wieder soweit, etwas über ein Jahr war vorbei und der Club Mont Tonnerre hat wieder zur alljährlichen gemeinsamen Ausfahrt ausgerufen. Es ging nach Rheinland-Pfalz, nach Annweiler am Trifels; ein schöner Ort, hm, schön bergisch!

Nun ja, als der Jens den Daniel und mich auf seiner Durchreise von Hannover aus, nach ca. 300 Km Stau, in Köln abgeholt hat, machten wir uns gemeinsam auf dem Weg in die "Palz". 1 Stunde später und 3 Mega Bestellungen bei unserem lieben Gasthaus zum goldenen M, ging die Fahrt unter erschwerten Sichtbedingungen weiter (Regen!); OK, im Endeffekt hat der Jens am meisten gelitten, aber dann nach ca. 2,5 Std. erreichten wir nun auch endlich das 1000 Seelendörfchen Annweiler.

Aber warum ich eigentlich mit der Zahl 98 Km begonnen habe, erkläre ich noch. Der Freitag, also der Anreisetag, gestaltete sich bei einem etwas schweren dennoch sehr gemütlich; das lag eher daran, dass ich die Nacht zuvor nicht so ganz viel gepennt hatte, aber egal die 100 Km am Samstag bei der Ausfahrt würde ich schon packen. Letztendlich hatte ich mich ja im letzten Jahr am meisten gequält und den Pokal nach Hause, nach Köln, geholt. Ja, falls es noch nicht angekommen ist, ich habe letztes Jahr mit ca. 45 Km Training in einem Zeitraum von 4 Monaten eine 100 Km Ausfahrt mit Ach und Krach beendet, ohne abzusteigen!

Samstag früh ging es dann auch endlich los, etwas unglücklich war es eher für mich direkt gefordert zu werden. Und es ging direkt los mit einigen kleinen bis mittleren Anstiegen ohne warm zu sein; aber egal, ich dachte, ich habe mich dieses Jahr etwas besser vorbereitet. Ich hatte nämlich schon etwas an 150 Km Training absolviert, hehe. Toll klingt das; das ist ja eine 300% Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr, also sollte das ja kein Problem sein. Tja, Wilhelm, falsch gedacht, wie sich später herausstellte! OK, ich wurde langsam warm und mich begleitete das Gefühl immer, dass sich das gelohnt hat, etwas mehr trainiert zu haben. Ich bemerkte eher die schöne Landschaft, ohne an meine Beine zu denken, das war großartig. Wir fuhren und fuhren, fuhren sogar bis nach Frankreich. Wir hatten nach der hälfte der Ausfahrt die französischen Straßen mit unserem Pelleton etwas unsicher gemacht, aber das war erstaunlich, wie weit man mit einem Fahrrad kommen konnte, ohne Schmerzen zu haben ;-). Also nach der Hälfte traten wir langsam die Heimfahrt an. KM 74 machte sich so langsam der Hintern bemerkbar; hah, sau ungutes Gefühl sage ich euch. KM 81 folgten die Beine, mal das linke, mal das rechte. KM 83 Beine und Hintern im Kanon, aber egal, dachte ich, es sind nur noch knapp 17 KM, die ich noch bestreiten musste. Ich hätte besser genauer auf den Plan schauen sollen, eigentlich waren es insgesamt ca. 113 KM. Puh! Merde! In solchen Situation kommt man doch zu einem Punkt, wo der Mensch ungeahnte Kräfte entwickelt, oder? Ja, auf den Moment habe ich gewartet, nur der wollte nicht so ganz kommen! Also kam alles anders, bei KM 95 musste ich mich entscheiden, weiterfahren oder aufgeben; der Besenwagen schlich schon seit ca. 5 KM hinter mir her. Die kleine Stimme in meinem Ohr wurde immer lauter: "Steig ein, da gibt es Sitze, der fährt ohne Menschenkraft". Aber ich wollte nicht aufgeben und es kam noch dicker, der letzte Abschnitt war ein Anstieg! Jetzt hatte der Krieg in meinem Kopf angefangen. Es machten sich überall Schmerzen in meinem Körper bemerkbar, Beine, Waden, Arme, Rücken, Hände; als würden dutzende Stimmen mich dazu bewegen wollten aufzuhören. Ich quälte mich einfach weiter, gut, dass der Daniel da gewesen ist; auch wenn die Ratschläge in solchen Momenten die schlimmsten sind, aber es war trotzdem motivierend. Der Overkill kam dann bei KM 98, ein schleichender Krampf in der rechten Wade machte mein Ziel zu nichte! So war der Abstieg perfekt! 

Ein kleiner Ausschnitt von der Ausfahrt

Aber Schwamm drüber, ich gebe den Pokal ab, an Daniel ;-). Der hat sich auch gequält, aber mit Leichtigkeit. Trotz all dem war es für mich wieder eine Grenzerfahrung, die ich gern nächstes Jahr wiederholen werde. Mehr zu lesen bei: www.club-mont-tonnerre.de

 



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